Die Zeitumstellung beschäftigt uns 2 x im Jahr. Und jedes Mal stellt sich die Frage: Muss die Uhr nun vor oder zurück gestellt werden, kann ich mehr oder weniger schlafen? Wir klären das in diesem Artikel und schauen uns insbesondere mögliche gesundheitliche Auswirkungen auf den Schlaf an.

Wann werden die Uhren umgestellt?

Die Umstellung auf die Sommerzeit findet am letzten Sonntag im März statt, von 2 Uhr auf 3 Uhr

Die Umstellung zurück auf Normalzeit bzw. Winterzeit findet am letzten Sonntag im Oktober statt, von 3 Uhr auf 2 Uhr.

Die Umstellung findet also immer am Wochenende statt, damit unser Körper wenigstens einen Tag Zeit hat, die Auswirkungen auszugleichen.

Wieso gibt es die Zeitumstellung?

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit der Nacht vom 5. Auf den 6. April 1980. Die Politik erhoffte sich dadurch die Einsparung von Energie. Schließlich war es nun abends länger hell.

Ihren Ursprung hat diese Idee jedoch schon viel früher: Der 1. Mai 1916 – Mitten im 1. Weltkrieg sollte das Tageslicht besser genutzt und Energie gespart werden. Bereits 1919 hat man die Sommerzeit wieder abgeschafft, um sie von 1940 bis 1949 wieder einzuführen.

Seit jeher gilt der ökonomische Nutzen als gering, die Einsparung von Energie als so gering bzw. gar nicht vorhanden, dass viele Forscher eine dauerhafte Rückkehr zur Normalzeit fordern.

„Die Sommerzeit gehört abgeschafft. Das innere Zeitgefüge des menschlichen Organismus lässt sich nicht einfach ohne Folgen um eine Stunde gegen den äußeren Hell-Dunkel-Zyklus in den Morgen hinein verschieben. Diese Idee stammt noch aus einer Zeit, als man meinte, sich mit Hilfe der Technik über die menschliche Biologie erheben zu können. Und sie ist Unsinn. Dadurch baut sich bei weiten Teilen der Bevölkerung ein zunehmendes Schlafdefizit auf.“

Peter Spork in: Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft

Auswirkungen auf den Schlaf

Die Umstellung der Uhr wirkt sich auf unsere Gesundheit und insbesondere auf den Schlaf aus.

Das ist nicht nur eine subjektive Empfindung: 64 % der Deutschen haben im Zuge der Zeitumstellung mit Schlafproblemen zu kämpfen (Quelle) und 74 % der Deutschen sind für eine Abschaffung der Zeitumstellung (Quelle)

Auch die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit dieser Frage. Eine bedeutende Studie haben Forscher der Uni München 2007 verfasst. Dabei haben sie festgestellt, dass die Auswirkungen auf den Schlaf maßgeblich vom Schlaftyp abhängig sind.

Auf den Schlaftyp kommt es an

Während Lerchen und Eulen mit der Umstellung von Sommerzeit auf Normalzeit im Oktober keine großen Probleme haben, ist der Wechsel von Normalzeit auf Sommerzeit für die Eulen besonders schlimm.

Denn: Eulen sind Spätschläfer, die später ins Bett gehen und entsprechend spät aufstehen. Die Frühaufsteher (Lerchen) haben daher weniger ein Problem, wenn durch das Vorstellen der Uhr im Sommer eine Stunde „geklaut“ wird – sie sind ohnehin früh wach.

Eulen dagegen müssen nun eine weitere Stunde früher aufstehen und leben daher im Sommer noch mehr entgegen ihrem eigentlichen Schlaftypen.

In dem Zeitraum der Studie waren die Eulen auch 4 Wochen nach der Zeitumstellung nicht vollständig wieder in ihrem eigentlichen Schlaf-Wach-Ryhthmus. Die Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass die innere Uhr es den ganzen Sommer über nicht schafft, sich anzupassen und sehnsüchtig auf den Oktober wartet.

Dich interessiert die Studie? Hier kannst du sie nachlesen.

Schlecht für die innere Uhr

Licht ist einer der stärksten Taktgeber für unsere innere Uhr. Licht am Morgen macht uns wach, Dunkelheit am Abend signalisiert dem Körper, dass er bald auf Schlafen umschaltet.

Durch die Sommerzeit jedoch bekommen wir am Morgen noch weniger Licht ab, insbesondere wenn wir im Büro arbeiten. Abends jedoch ist es länger hell. Der Körper schaltet später auf Schlafen, muss aber morgens früh aufstehen. Das kann zu Einschlafproblemen und effektiv weniger Stunden Schlaf führen.

Bei der Zeitumstellung drehen wir die Uhr eine Stunde vor oder zurück

Beim Wechsel auf die Sommerzeit unterscheidet sich die äußere Uhr von unserer inneren Uhr.

Denn: Nach der äußeren Uhr ist es bereits 23 Uhr, die innere Uhr zeigt aber noch 22 Uhr an. Die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hat sich noch nicht umgestellt. Das dauert einige Tage, bei Lerchen entsprechend kürzer, Eulen können länger Probleme haben.

Warum bei einem Flug die Auswirkungen nicht so schlimm sind

Bei einem Flug in eine andere Zeitzone kann sich unsere innere Uhr schnell wieder mithilfe des Sonnenuntergangs und Sonnenaufgangs synchronisieren. Das geht bei unserer Zeitumstellung nicht, da sie nicht natürlich, sondern vom Mensch veranlasst ist.

Tipps für die Zeitumstellung im Sommer

  • Morgens viel Licht gönnen
  • Abends eine Überdosis Tageslicht meiden
  • Regeln der Schlafhygiene beachten um Einschlafprobleme zu verhindern

Warum wird die Sommerzeit nicht abgeschafft?

Die Erkenntnisse der Chronobiologie scheinen noch nicht in der Politik angekommen zu sein. Vielleicht liegt es auch am mangelnden Willen der Politiker, etwas Eingeführtes nachträglich wieder abzuschaffen…

Fazit

Die Zeitumstellung hat Auswirkungen auf unseren Schlaf. Das liegt vor allem daran, dass unsere innere Uhr falsche Signale bekommt, die äußere Uhr sich von der inneren Uhr unterscheidet. Unser Körper kann sich jedoch in gewissen Grenzen umstellen. So macht uns die Umstellung im Oktober auf die Normalzeit eher weniger zu schaffen. Die Umstellung im März auf die Sommerzeit ist jedoch besonders für Menschen vom Schlaftyp Eule eine Belastung. Nach einer Studie brauchen ihre inneren Uhren mehr als 4 Wochen zur Umstellung. Die Folge sind Schlafprobleme, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

Wie ist deine Meinung zur Zeitumstellung? Hast du dadurch Schlafprobleme? Wir freuen uns auf einen Kommentar von dir!

Wer schreibt hier
Ich bin Fabian. Zusammen mit Joe möchte ich dir rund um das Thema Schlafen helfen. Unser Ziel ist es, den Schlaf von so vielen Menschen wie möglich zu verbessern. Du findest uns auf YouTube unter „Schlafonaut“.
Zeitumstellung und Schlafprobleme
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