Schwitzen im Schlaf ist etwas ganz Natürliches. Unser Körper schwitzt am Tag Körperflüssigkeiten über die Haut aus, die du mit Wasser wieder kompensierst. Das Selbe ist in der Nacht der Fall. Viele Menschen sind gerade am Morgen sehr durstig, gerade ausgetrocknet. Kein Wunder: In der Nacht schwitzt unser Körper im Schnitt 500 ml Flüssigkeit aus, bei manchen Menschen sogar 1 Liter.

Wie so vieles beim Schlafen, ist das Ausmaß also je nach Mensch sehr verschieden. Neben den Genen oder Krankheiten spielen aber auch externe Faktoren eine Rolle, die du sehr einfach beeinflussen kannst. Dazu gehören vor allem das Raumklima und die Ernährung.

In diesem Artikel zeigen wir dir Ursachen und Lösungen für das Schwitzen in der Nacht.

Übermäßiges Schwitzen

Viele Menschen empfinden ihr Schwitzen in der Nacht jedoch als nicht mehr normal. Sie schwitzen so viel, dass sie darunter leiden. Sie wachen z. B. nachts auf oder haben deswegen Probleme, einzuschlafen.

Sie leiden unter Nachtschweiß, oder auch Schlafhyperhidrose genannt.

Nachtschweiß

Wer unter Nachtschweiß leidet, wacht schweißgebadet auf und hat morgens mit feuchter oder klatschnasser Wäsche zu tun. Das sorgt nicht nur für einen erhöhten Waschbedarf, sondern auch die Frage:

„Ist das noch normal und warum schwitze ich nachts denn so viel?“

Die Frage nach den Ursachen beginnt schon am Tag.

Ursachen von Nachtschweiß

Primäre oder nächtliche Hyperhidrose

Wer am Tag mit viel Schweiß zu kämpfen hat, schwitzt häufig auch in der Nacht mehr als andere Menschen. Du leidest dann an einer primären Hyperhidrose im medizinischen Sinne, hast also immer ein erhöhte Schweißproduktion – unabhängig von Tag oder Nacht.

Bei einer nur in der Nacht auftretenden übermäßigen Schweißproduktion, spricht man von einer nächtlichen Hyperhidrose.

Nicht immer liegt eine krankhafte Überproduktion an Schweiß vor, es kann auch eine andere Krankheit hinter dem Schwitzen am Tag und in der Nacht stecken. Das solltest du auf jeden Fall abklären.

Gründe können etwa Stoffwechselprobleme, Schilddrüsenerkrankungen oder Auto-Immunerkrankungen sein.

Risikofaktoren

Liegt keine dauerhafte Störung der Schweißdrüsen vor, solltest du Risikofaktoren für Schwitzen in Nacht prüfen. Das können sein:

  • Falsches Raumklima
  • Ungünstige Ernährung
  • Kein optimales Bettklima
  • Ein gestörter Schlafrhythmus

Das optimale Raumklima

Zu einem guten Raumklima fürs Schlafen gehören die Temperatur, Luftfeuchtgkeit und Luftqualität.

Wenn du dein Schlafzimmer auf 22 °C heizt, ist ein nasses Bett am Morgen schon vorprogrammiert. Schlafforscher empfehlen eine Temperatur von 14 – 18 ° C im Schlafzimmer. Das hört sich auf den ersten Blick etwas kühl an, aber:

Unser Körper senkt zum Schlafen seine Körpertemperatur und mag es daher kalt. Grund dafür ist unsere innere Uhr, die die Körpertemperatur in einem kontinuierlichen Rhythmus reguliert. Nachts sinkt die Temperatur, damit wir schlafen und nicht weil.

Prüfe am besten noch heute Abend mit einem Thermometer, wie warm es bei dir normalerweise ist. Anschließend machst du heute Nacht einfach mal das Fenster auf oder regulierst die Heizung 1-2 Stufen niedriger.

heizkörper auf Stufe 3

Der Heizkörper sollte in der Nacht auf niedriger Stufe (<3) stehen.

Eine niedrige Raumtemperatur ist nicht nur für weniges Schwitzen gut. Bei mir persönlich hat sich das Aufwachen in der Nacht erheblich verbessert, seitdem meine Heizung nachts ausgeschaltet ist – auch im Winter!

Eine gute Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 50 %. Meist reicht dafür schon ein feuchtes Tuch auf der Heizung.

Ungünstige Ernährung

Besonders scharfes Essen verursacht bei den meisten Menschen Schwitzen. Wenn du also weißt, dass du zu erhöhtem Schwitzen tendierst, lasse allzu scharfes Essen am Abend besser sein.

Auch sehr große Portionen oder Lebensmittel, die du nicht verträgst, können zu Schwitzen in der Nacht führen. Unser Körper drückt so seine Überforderung aus. Generell solltest du am Abend auf Lebensmittel zurückgreifen, die du gut verträgst und eine Zeitspanne von 3 bis 4 Stunden zum Schlafengehen einhalten.

Auch Rauchen und Alkohol am Abend sind Stress für unseren Körper in der Nacht, auf die er mit Schwitzen reagiert. Hier gilt ebenso: Möglichst großes Zeitfenster bis zum Einschlafen lassen.

Das optimale Bettklima

Du hast bereits gelernt: Unser Körper schwitzt ganz natürlich in der Nacht. Die Feuchtigkeit muss irgendwo hin. Atmungsaktive und vor alle leichte Kleidung sollte daher Standard bei dir sein. Baumwolle ist ein gutes Material für Schlafkleidung. Auch deine Laken und die Matratze sollte aus einem Material sein, das Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Dein Schlafzimmer und Bett sind im besten Fall also ein kühler und trockener Ort und keine Sauna.

Gestörter Schlafrhythmus

Ein gestörter Schlafrhythmus liegt dann vor, wenn du immer zu verschiedenen Zeiten ins Bett gehst und auch aufstehst. Dieses Verhalten ist für unseren Körper Stress. Es gibt wenige Sachen, die unser Körper lieber mag als Regelmäßigkeit. Schwitzen in der Nacht kann daher eine Antwort des Körpers darauf sein, dass du ihm immer wechselnde Schlafenszeiten zumutest.

Sonstiges

Weitere mögliche Ursachen können Stress im privaten oder beruflichen Umfeld sowie generell veränderte Lebensumstände sein. Hier solltest du einmal schauen, ob sich etwas Gravierendes in deinem Leben verändert hat, was die Ursache für den Nachtschweiß sein kann. Dies ist ja meist nur vorübergehend. Achte daher darauf, ob sich das Schwitzen wieder bessert, wenn es in deinem Leben wieder ruhiger geworden ist.

Mittel gegen Schwitzen

Das beste und einfachste Mittel gegen Schwitzen ist zunächst das Minimieren der eben aufgezählten Risikofaktoren.

Sollte das Schwitzen sehr stark oder krankheitsbedingt sein, ist eine Behandlung mit Tabletten möglich. Dabei solltest du dich von einem Arzt beraten lassen.

Tipps gegen Nachtschweiß

Hier noch einmal unsere besten Tipps gegen Nachtschweiß auf einen Blick:

  • Übermäßigen Verzehr von Alkohol, Nikotin und Kaffee/Koffein am Abend meiden.
  • Stressfaktoren im Alltag und am Abend reduzieren.
  • Den Abend entspannt ausklingen lassen; mit einem Bad, einem Buch, Musik, Gespräch mit den Liebsten.
  • Leichtes, nicht scharfes Essen am Abend, mit möglichst großem Zeitabstand zum Zubettgehen.
  • Schlafen in einem kühlen Raum mit leichter Kleidung und viel Baumwolle.
  • Regelmäßige Schlafenszeiten angewöhnen.

Weitere Fragen und Antworten

Welche Bettdecke bei starkem Schwitzen?

Bei starkem Schwitzen ist eine leichte Bettdecke mit einer Daunenfüllung eine hervorragende Wahl. Aber auch Baumwolle ist dafür gut geeignet. Hauptsache ist, dass das Material in der Lage ist, Feuchtigkeiten aufzunehmen. Schafschurwolle etwa, ist auch problemlos möglich.

Welche Matratze bei starkem Schwitzen?

Hier ist es wichtig, dass die Matratze in der Lage ist, Feuchtigkeit aufzunehmen und abzuführen. Neben der Bettdecke nimmt auch die Matratze einiges der in der Nacht abgegebenen Körperflüssigkeit auf. Das ist bei Wasserbetten problematisch, da diese kaum bis gar keine Körperfeuchtigkeit aufnehmen können.

Kaltschaummatratzen oder Federkernmatratzen sind daher bei übermäßigem Schwitzen vorzuziehen. Viscoschaum-Matratzen leiten weniger gut Feuchtigkeit ab und daher nicht ganz optimal.

Fazit

In den meisten Fällen ist Schwitzen im Schlaf harmlos und durch einige Kniffe in den Griff zu bekommen. Dazu gehören das richtige Bett- und Raumklima sowie die Ernährung.

Solltest du nach 4 Wochen immer noch Probleme haben, solltest du einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen.Fall, einen Arzt aufzusuchen.

Wer schreibt hier
Ich bin Fabian. Zusammen mit Joe möchte ich dir rund um das Thema Schlafen helfen. Unser Ziel ist es, den Schlaf von so vielen Menschen wie möglich zu verbessern. Du findest uns auf YouTube unter „Schlafonaut“.
Schwitzen im Schlaf
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